Atomausstieg – pro und contra Atomenergie


Der Atomausstieg wird leider aufgrund der Entscheidung der Bundesregierung länger auf sich warten lassen, als den meisten lieb ist. Doch welche Argumente sprechen für die Atomenergie, welche dagegen? Oder anders formuliert, welche Gründe sprechen für den Atomausstieg, welche für den Beibehalt der Atommeiler?

Atomausstieg – Pro und Contra Atomenergie

Pro Atomkraft

  1. Atomstrom ist billig (was jedoch gar nicht der Wahrheit entspricht, vgl. Punkt 2 und 5 in Sachen Pro Atomausstieg)
  2. Atomstrom ist sauber (auch Blödsinn, siehe Punkt 3, 4, 6, 7, 8 und 9 in Sachen Pro Atomausstieg)
  3. …das war es dann auch schon…

Pro Atomausstieg

  1. Endlagerung des Atommülls – noch immer liegt kein schlüssiges Konzept vor, wie mit den radioaktiven Abfällen umgegangen werden soll. Immerhin werden diese noch viele tausende von Jahren als „strahlendes Erbe“ ein Problem darstellen.
  2. Kosten für die Endlagerung – genau deshalb ist Atomstrom nicht billig, da die Kosten für die Endlagerung noch sehr viele Generationen belasten werden.
  3. Krankheitsrisiko – radioaktive Stoffe verursachen nachweislich Krebskrankheiten. Dass Atomreaktoren dies fördern, wurde bislang nie widerlegt. Und so was nennt sich dann sauber?
  4. Nachhaltige Schäden durch Uranabbau – der Abbau von Uran verursacht Armut, Umweltverschmutzung und Krebs. In den Abbaugebieten werden ganze Landschaften zerstört, radioaktive Seen hinterlassen, Wasser verschwendet und die örtliche Bevölkerung und die Tier- und Pflanzenwelt um ihren Lebensraum gebracht.
  5. Rekultivierung der Uranabbaugebiete – sofern überhaupt an eine Rekultivierung der verseuchten Abbaugebiete gedacht wird (was leider nicht immer der Fall ist), so müssen hier Unsummen verwendet werden, um den Schaden halbwegs gering zu halten. Auch das widersprich dem „billigen Atomstrom“.
  6. Ausstoß radioaktiver Stoffe – Atommeiler geben nicht nur an die Luft radioaktive Stoffe ab, sondern auch über das abgelassene Kühlwasser. Auch wenn man den „Dreck“ nicht sieht, die Definition von sauber sieht dann doch anders aus.
  7. Belastung der Gewässer – das abgelassene, erwärmte Kühlwasser sorgt für einen Anstieg der Wassertemperaturen in den Flüssen. Dies ist nachhaltig für den Sauerstoffmangel und den Tod der Fischpopulation ursächlich.
  8. Sicherheitsrisiko – kein Atommeiler in Deutschland hatte bisher keinen Zwischenfall. Umso älter die Reaktoren werden, umso höher werden die Sicherheitsrisiken. Und dass ein atomarer Zwischenfall fatale Folgen haben kann, weiß man nicht erst seit Tschernobyl.
  9. Sicherheitsrisiko Transporte – Castortransporte stellen immer auch ein Sicherheitsrisiko dar. Immerhin beinhalten Castoren radioaktiven Sondermüll. Doch auch der Transport von angereichertem Uran ist sehr riskant. Immerhin handelt es sich hierbei um waffenfähige Stoffe.
  10. Monopolstellung – Atomenergie beschert den Berteibern der Atommeiler weiterhin eine gewaltige Monopolstellung. Durch die Milliardengewinne werden kleinere und vor allem unabhängige Stromanbieter marktpolitisch an den Rand gedrängt.
  11. Innovationshinderlich – Atomstrom sorgt dafür, dass sich weitergehende Investitionen in die Erforschung und den Ausbau regenerativer Energiequellen kaum noch lohnen. Doch gerade hier liegt der technische Markt der Zukunft, sind erneuerbare Energiequellen made in Germany doch einer der Exportknaller schlechthin.

Fasst man diese unvollständige Sammlung an Gründen zusammen, dann wird deutlich, dass kein Weg am schnellen Atomausstieg vorbei führt. Es kann nicht angehen, dass alleine aus Bevorzugung einer Atomlobby eine Entscheidung getroffen wird, die riskant und teuer zugleich ist.

Darum sollte man viel lauter den Atomausstieg fordern, notfalls den Atomausstieg selber machen!

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