Atomausstieg und Landtagswahl – Tschüss Herr Mappus


Vielleicht erteile ich unserem scheidenden Ministerpräsidenten schon verfrüht einen Abschiedsgruß. Aber angesichts seiner bisherigen Erscheinung, seinem bisherigen Handeln und seinen bisherigen Ansichten erscheint ein Wechsel in der Spitze der Landesregierung doch absolut notwendig.

Um dem an dieser Stelle nochmals etwas Nachdruck zu verleihen, soll an dieser Stelle in kleiner Auszug der Fettnäpfchen in der einjährigen Amtszeit erfolgen.

Stuttgart 21

Kaum ein Großprojekt hat für einen solchen Ansturm der Missbilligung geführt, die der unterirdische Bahnhof, bekannt als Stuttgart 21. Hier wurde entgegen der weitläufig erkannten Sinnlosigkeit ein Mammutprojekt gestartet, welches seines gleichen sucht. Was vielleicht noch als normales demokratisches Verhalten auf alles Seiten angesehen werden konnte, fand im September vergangenen Jahres ein jähes Ende. Der massive Polizeieinsatz sorgte für ein regelrechtes Blutbad unter den Demonstranten. Mit nie da gewesener Härte wurde jeglicher Widerspruch im Keim erstickt.

Sicherlich wird unser Landesvater seine Hände in Unschuld waschen und keinerlei Verantwortung hierfür übernehmen. Immerhin habe es aus seiner Sicht keine Aufforderung zur zwangsweisen Räumung des Parks gegeben. Angesichts seiner restriktiven Haltung bezweifel ich das persönlich dennoch.

Auch die nachfolgenden Schlichtungsgespräche hatten mehr von Komödientheater, denn von demokratischem Handeln. Nachbesserungen angeordnet – Projekt bleibt. Prima…

EnBW

Ja die gute alte EnBW, Großkonzern in Sachen Energieversorgung, Lobbyist besonderer Güte und Monopolist mit staatlicher Anerkennung. Als ob dies nicht schon genug wäre, hat Herr Mappus auch noch eigenmächtig via Notstandsgesetzt den Kauf der Mehrheitsanteile am Energieriesen beschlossen. Wie man inzwischen erfahren hat, wurde selbst der baden-württembergische Finanzminister geradezu überrollt. Nur wenige Stunden vor Unterzeichnung des Vertrags wurde er darüber informiert, demnächst die Schatzschatulle möglichst weit zu öffnen.

Skandalöses Verhalten, was den Umgang mit UNSEREN Steuergeldern angeht, passt jedoch zweifelsohne ins Profil des Ministerpräsidenten.

Atomausstieg

Hier kommt wohl der alles entscheidende Knackpunkt in der kurzen Ära Mappus. Als Vorreiter in Sachen Laufzeitverlängerung hat man keine Gelegenheit ausgelassen, um die Notwendigkeit und Sicherheit der atomaren Anlagen zu predigen. Atomkraft ist notwendig, Atomkraft ist sicher…

Nach der Tragödie in Japan scheint er sich hieran jedoch nicht mehr zu erinnern. Vielmehr müsse man jetzt genau prüfen, ob die Sicherheit noch gewährleistet ist. Hallo? Hat man dies vor wenigen Monaten nicht gewusst, als man Neckarwestheim I noch weitere Jahre der atomaren Stromproduktion zusagte?
Oder handelt es sich hierbei nur um wahltechnisches Kalkül, mit welchem man die für sich negative Stimmung ein wenig aufhellen möchte?

Lieber Herr Landesvater Mappus, aus meiner Sicht sollte der täglich aufs Neue gestartete politische Selbstmord an dieser Stelle beendet werden. Die Wähler sehen es hoffentlich ebenso.

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