Erhöhung der Mehrwertsteuer – Milchmädchenrechnung


Aktuell macht mal wieder eine Horrorvision die Runde, die diesmal ausgerechnet von den Wirtschaftsforschern (Klaus Zimmermann, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung) angeheizt wird. Die Steuerausfälle sollen doch gefälligst durch Anhebung der Mehrwertsteuer gestopft werden. Doch oh weh, hier ist nicht die Rede von 3 % Erhöhung, wie es bei der letzten Steueränderung der Fall war. Vielmehr sollen es diesmal satte 6 % sein, was zu einer Mehreinnahme des Staates von jährlich 50 Milliarden Euro führen würde.

Nun ja, wir müssen der Fairness halber zugeben, dass dieser Wunsch von einem Forscher, nicht aber von der Bundesregierung geäußert wurde. So könnte man sich jetzt behutsam zurück lehnen und sich sicher sein, dass eine solche Erhöhung nicht kommen wird.

Doch die Vergangenheit hat ja bereits schon häufig gezeigt, dass Dinge, die heute verteufelt werden, morgen durchaus eine politische Alternative darstellen können.

Aus diesem Grunde lieber Herr Zimmermann, möchte ich hier mal eine kleine Bilanzierung des Vorschlags vornehmen, woraus jedem mathematisch halbwegs talentierten Leser durchaus klar werden dürfte, weshalb die Mehrwertsteuer keine ergiebige Wollmilchsau ist:

Nehmen wir an, dass der Großteil der Bevölkerung durchaus mit einem monatlich festen Budget auskommen muss (dies soll offenbar tatsächlich so sein). So würde dies natürlich bedeuten, dass nur ein Betrag X ausgegeben werden kann. Nehmen wir mal ferner folgende Berechnung an:

Monatliches Budget 1.000,00 EUR

Bei einer Mehrwertsteuer von 19 % ergäbe dies also einen reinen Konsumbetrag ohne Steuer von
1.000,00 EUR : 119 x 100 = 840,34 EUR

Bei einer Mehrwertsteuer von 25 % ergäbe dies also einen reinen Konsumbetrag ohne Steuer von
1.000,00 EUR : 125 x 100 = 800,00 EUR

Somit wird schnell klar, dass wesentlich weniger konsumiert werden kann, da die höhere Steuerbelastung dazu führt, dass weniger in der Tasche bleibt. Zumindest bei den Bürgerinnen und Bürgern.

Folglich wird der Konsum deutlich nachlassen, was wiederrum zu Verlusten in der freien Wirtschaft und ergo zum Abbau von Arbeitsplätzen führt. Dies wiederrum hätte zur Folge, dass die Ausgaben im Sozialbereich steigen und der Staat höhere Ausgaben hat.

Also ich habe zwar kein wirtschaftswissenschaftliches Studium absolviert, erkenne aber dennoch die Ironie in dieser Rechnung. Oder wie sagt man so schön, ein klassischer Fall von Milchmädchenrechnung…

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