Und wieder mal ne Geschichte zum Schmunzeln, diesmal aber nicht aus den Medien, sondern vielmehr dem privaten Umfeld…
Die Geschichte:
Ende September 2009 befand sich ein Freund von mir zu Besuch in Essen. Auf dem Parkplatz einer Diskothek wurde er von einem Jeep erfasst und überfahren. Zwar hatte er Glück im Unglück, dass “nur” beide Beine von dem schweren Auto überrollt wurden, dennoch war es eine durchaus schmerzhafte Erfahrung. Der Knöchel ist noch heute nicht voll einsatzfähig.
Nun gut, die Sache war eindeutig, der Fahrer trug die Schuld, dies wurde auch von der Polizei so festgestellt. Zeugen waren ausreichend anwesend und eigentlich sollte dies für eine Versicherungsgesellschaft keine große Sache sein. Doch die betroffene R+V-Versicherung scheint dies anders zu sehen.
Der Freund ist selbständig im Transportgewerbe und arbeitet als Subunternehmer für verschiedene Speditionen. Aufgrund des Unfalls konnte er für mehr als 3 Monate den Beruf nicht ausüben, entsprechend kam es zu einem Verdienstausfall, der sich anhand der Buchhaltungsunterlagen auch recht schnell beziffern liese. Nach 3 Monaten hat sich der Freund auf eigene Verantwortung wieder gesund schreiben lassen, da er annahm, dass die Versicherung dann endlich die Schadensregulierung vornehmen könnte. Doch dies war leider ein Irrtum.
Jetzt, sage und schreibe über 7 Monate nach dem Unfall wurde von Seiten der Versicherung noch immer keine Schadensregulierung vorgenommen. Der Freund konnte zwischenzeitlich seine Selbständigkeit an den Nagel hängen, da während der Krankheitsphase alle Auftraggeber auf andere Subunternehmer zurück gegriffen hatten. Ergo keine Aufträge mehr und das finanzielle Desaster ging in die letzte Runde.
Zwischenzeitlich ist eine Klage gegen die Versicherung anhängig, geleistet wurde abgesehen von einer lachhaften Abschlagszahlung (keine 10% des Gesamtschadens) bis heute nichts.
Und wieder mal ein Beispiel, wie eine große Versicherungsgesellschaft (hier R+V-Versicherung) es schafft, ein ganzes Leben zu ruinieren.

10 Antworten bis jetzt ↓
1 Andreas // Mai 5, 2010 at 15:35
Grundsätzlich ist das aber nicht die Regel! Arbeite schon seit 7 Jahren im Versicherungsbereich. Grundsätzlich ist es aber so das es ohne ein schnelles Handeln und ein sofortiges Einschalten eines Rechtsanwaltes die Sache sehr beschleunigen kann. Eine Rechtsschutzversicherung ist heute leider ein muss damit man zu seinem Recht kommt. In diesem Fall geht es ja um Schmerzensgeldforderungen die ohne Rechtsanwalt sowieso kaum lösbar sind.
Der Verdienstausfall ist ein anderes Thema für das jeder selbständige selbst verantwortlich ist ! Den bekommt er sowieso nicht bezahlt. Da ist der Unternehmer in der eigenen Verantwortung und sollte eine Berufsausfallversicherung ( BU ) haben.
2 Tetarbibe // Mai 28, 2010 at 18:11
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4 Bettina // Jun 10, 2010 at 17:21
Wenn das ein Einzelfall ist, dann ist mein Vater scheinbar der nächste( Einzelfall). Als Taxifahrer, der auf selbstständiger Basis tätig war, hatte er einen Unfall. Die gesetzliche Krankenversicherung und die private KFZ Versicherung, haben sich 5 Jahre gestritten. Nun braucht er das Geld nicht mehr, er ist gestorben.
5 Tanja // Jun 18, 2010 at 23:55
Naja, es wird von der Verzögerungstaktik – gerade der großen Versicherungsgesellschaften – ja immer wieder berichtet. Es scheint sich für diese zu rechnen, es auch ein Gerichtsverfahren ankommen zu lassen. Gerade wenn es um viel Geld geht.
6 Steffi // Jul 7, 2010 at 09:42
Aber mit welcher Begründung hat die Versicherung denn nicht gezahlt?
7 Optimist // Jul 9, 2010 at 07:41
Hallo, es gab keine Begründung. Es wurde immer als “in Bearbgeitung” bezeichnet. Alle zwei Monate die Akten anfordern, regelmäßig die Zeugen neu befragen, alles nur Hinhaltetaktik. Inzwischen wird geklagt, aber auch das kann Monate dauern.
8 free // Nov 3, 2010 at 06:38
Versicherungen beschäftigen jede Menge top Mathematiker. Und Versicherungen haben immer eine top Rechtsabteilung.
Es ist für dei Jungs relativ einfach auszurechen wann es sich lohnt und wann nicht die Versicherungsumme auzuzahlen oder einen Prozess anzustreben.
Der Versicherer sieht nicht den Einzelfall
sondern sieht zu, dass er statistische gesehen immer gewinnt.
Unter dem Aspekt sollte der Satz:
“Und wieder mal ein Beispiel, wie eine große Versicherungsgesellschaft (hier R+V-Versicherung) es schafft, ein ganzes Leben zu ruinieren.”
gesehen werden
9 Finanzierung // Dez 4, 2010 at 22:49
Sobald der “Versicherungsfall” etwas von der Norm, d.h. den Vertragsbedingungen abweicht, versuchen die Versicherungen sofort der Zahlung zu entgehen. Da sieht man mal wieder, dass es den Gesellschaften nur rein ums Geld geht.
10 Monika // Mrz 17, 2011 at 09:04
Einfach Unglaublich. Ich dachte immer das solche Sachen nur in Länder wie Bulgarien u. Griechenland passieren. Deinem Freund wünsche ich viel Kraft zum Kämpfen ..
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