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Erhöhung der Mehrwertsteuer – Milchmädchenrechnung

Mai 20th, 2010 · 5 Kommentare

Aktuell macht mal wieder eine Horrorvision die Runde, die diesmal ausgerechnet von den Wirtschaftsforschern (Klaus Zimmermann, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung) angeheizt wird. Die Steuerausfälle sollen doch gefälligst durch Anhebung der Mehrwertsteuer gestopft werden. Doch oh weh, hier ist nicht die Rede von 3 % Erhöhung, wie es bei der letzten Steueränderung der Fall war. Vielmehr sollen es diesmal satte 6 % sein, was zu einer Mehreinnahme des Staates von jährlich 50 Milliarden Euro führen würde.

Nun ja, wir müssen der Fairness halber zugeben, dass dieser Wunsch von einem Forscher, nicht aber von der Bundesregierung geäußert wurde. So könnte man sich jetzt behutsam zurück lehnen und sich sicher sein, dass eine solche Erhöhung nicht kommen wird.

Doch die Vergangenheit hat ja bereits schon häufig gezeigt, dass Dinge, die heute verteufelt werden, morgen durchaus eine politische Alternative darstellen können.

Aus diesem Grunde lieber Herr Zimmermann, möchte ich hier mal eine kleine Bilanzierung des Vorschlags vornehmen, woraus jedem mathematisch halbwegs talentierten Leser durchaus klar werden dürfte, weshalb die Mehrwertsteuer keine ergiebige Wollmilchsau ist:

Nehmen wir an, dass der Großteil der Bevölkerung durchaus mit einem monatlich festen Budget auskommen muss (dies soll offenbar tatsächlich so sein). So würde dies natürlich bedeuten, dass nur ein Betrag X ausgegeben werden kann. Nehmen wir mal ferner folgende Berechnung an:

Monatliches Budget 1.000,00 EUR

Bei einer Mehrwertsteuer von 19 % ergäbe dies also einen reinen Konsumbetrag ohne Steuer von
1.000,00 EUR : 119 x 100 = 840,34 EUR

Bei einer Mehrwertsteuer von 25 % ergäbe dies also einen reinen Konsumbetrag ohne Steuer von
1.000,00 EUR : 125 x 100 = 800,00 EUR

Somit wird schnell klar, dass wesentlich weniger konsumiert werden kann, da die höhere Steuerbelastung dazu führt, dass weniger in der Tasche bleibt. Zumindest bei den Bürgerinnen und Bürgern.

Folglich wird der Konsum deutlich nachlassen, was wiederrum zu Verlusten in der freien Wirtschaft und ergo zum Abbau von Arbeitsplätzen führt. Dies wiederrum hätte zur Folge, dass die Ausgaben im Sozialbereich steigen und der Staat höhere Ausgaben hat.

Also ich habe zwar kein wirtschaftswissenschaftliches Studium absolviert, erkenne aber dennoch die Ironie in dieser Rechnung. Oder wie sagt man so schön, ein klassischer Fall von Milchmädchenrechnung…

Tags: Politische Verwirrungen

5 Antworten bis jetzt ↓

  • 1 MD // Mai 24, 2010 at 13:54

    Ich habe dazu das DIW angeschrieben und meine Meinung dazu kund getan, werde dazu heute noch einen Blogeintrag schreiben, denn Ihr später noch lesen könnt. Habe auch einen Antwort erhalten, die so lachhaft ist, das man da schon wieder von einer Farce reden kann. Vergessen wir nicht, das die 6 % Steuererhöhung eine Steigerungsraten von 76% sind, das heiß, das der DIW fast mit einer Verdoppelung der MwST. rechnet. Wer bleibt auf der Strecke, der normale Bürger.

  • 2 Fritzner // Jun 16, 2010 at 21:10

    Danke für deinen Beitrag. Ich bin absolut bei dir und sehe es genauso… Milchmädchenrechnung trifft es genau! Wahnsinn, wie versucht wird, uns zu verar….

  • 3 Werbeagentur Würzburg // Okt 14, 2010 at 20:29

    Sowas macht mich einfach nur sauer!

    Die sollen lieber mal ein paar Wirtschaftsprüfer zur Bundeswehr schicken!

    Thema BwFuhrpark:
    LKW´s werden angemietet für 3000 Euro im Monat! Und ein Btl mit 700 Soldaten hat über 20 angemieteter Fahrzeuge. Das sind über 60000,- Euro im Monat und 720000,- Euro im Jahr. Jetzt könnt ihr das mal auf die Bundeswehr hochrechnen… . Und ds ist nur ein Beispiel von vielen. Es gäbe soviel einzusparen ….

  • 4 Franz // Nov 25, 2010 at 23:05

    Ich schreibe mal was viele denken :

    Jede Erhöhung der Steuer spiegelt das Versagen der Poltik wieder. Man kann doch gleich sagen :

    Wir haben Mist gebaut und der Bürger muss es nun bezahlen. Vorher klären wie ob die Diäten erhöht werden.

  • 5 Toben // Apr 28, 2011 at 16:21

    Insbesondere wenn man sich die aktuelle Inflation anschaut, wäre eine Erhöhung der Mehwertsteuer doch tödlich… Zumindest meine Meinung!

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