Mond-Blog

Hinter dem Mond ist es schöner – Tagebuch vom Mann im Mond

Mond-Blog header image 2

Was man in der Politik als Erfolg wertet – am Beispiel des Artenschutzes

Oktober 30th, 2010 · 7 Kommentare

Kaum ein Normalsterblicher hat es vernommen, aber die vergangenen zwei Wochen standen im Zeichen des Artenschutzes. Während man sich hierzulande wichtigeren Themen widmete und sich lieber mit aktuellen Folgen von „Pop-Stars“ oder „Bauer sucht Frau“ beschäftigte, tagte im japanischen Nagoya die Politprominenz und beschäftigte sich mit dem Thema Artenschutz.

Artenschutz? Richtig, der Erhalt der Tier- und Pflanzenwelt auf unserem Planeten. Wunderlich erscheint hierbei nur die Tatsache, dass man über dieses Thema überhaupt diskutieren muss. Müsste es doch im Interesse aller Menschen sein, die Vielfalt auf unserem so einmaligen Planeten zu erhalten.

Doch wie immer, auch hier gilt: Politik ist anders. Politik ist unverständlich, Politik ist manchmal schlichtweg verwerflich.

Denn wenn man den Nachrichtenmeldungen glauben darf, hat man sich nach zwei Wochen voll harter und verbissener Verhandlungen auf ein Maßnahmenpaket geeignet, welches ein als „Durchbruch“ bezeichnetes Ziel haben soll.

Bis zum Jahr 2020 soll das Aussterben der Artenvielfalt gestoppt werden!

Hmmm, 2020 ist ja noch ein Weilchen hin, sind ja noch gute 10 Jahre. Also soll die Artenvielfalt ab diesem Zeitpunkt sicher sein?

Hier ergeben sich für mich zwei besondere Denkansätze:

  1. Laut Studien sterben pro Tag rund 100 Tier- und Pflanzenarten aus. Dies würde (zugegebener maßen recht einfach gerechnet) bedeuten, dass in den kommenden 10 Jahren rund 365.000 Tier- und Pflanzenarten aussterben werden. Da stellt sich doch die Frage, was es im Jahr 2020 noch zu schützen gilt.
  2. Was jedoch viel schlimmer erscheint, wer fühlt sich denn in 10 Jahren noch an diese Zusage gebunden? Die Geschichte hat doch eindeutig gezeigt, dass das „Geschwätz von gerstern“ morgen keinen mehr interessieren muss.

Politik ist und bleibt einfach nicht meine Welt. Die großen Reden zu schwingen, aber kaum Ergebnisse zu liefern, das kann nicht der Sinn sein. Ich für meinen Teil bin zu sehr Pragmatiker, als dass ich mich mit solchen faulen Kompromissen zufrieden geben könnte.

Tags: Für eine bessere Welt

7 Antworten bis jetzt ↓

  • 1 buch leser // Okt 30, 2010 at 14:11

    Der Kampf um oder für Stuttgart 21 ist in meinen Augen langsam zu etwas geworden, was ich mal positiv für die Demokratie bezeichnen will. Das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 ließ die Gespräche am Freitag nicht wie angedroht platzen, sondern einigte sich mit der Bahn auf einen Kompromiss zur Friedenspflicht. Schon allein das zeigt uns allen doch, dass, wenn die Kontrahenten reden es hilft Eskalationen zu meiden. Ich finde das sehr gut und hoffen, dass alles ein positives und frideliches Ende findet.

  • 2 Alexander // Okt 31, 2010 at 18:15

    Sag mal buch leser hast du den Blog überhaupt gelesen?? Was hat denn Stuttgart 21 damit zu tun??

    Aber jetzt mal zum eigentlichen Thema. Politik ist und bleibt ein Handel bei dem es ausschließlich um Geld und Macht geht. Jeder will es haben und keiner etwas abgeben. Daher kommen auch alle diese faulen Kompromisse. Der Spruch was interessiert mich mein dummes Geschwätz von gestern trifft auf kein Gebiet besser zu als die Politik. Die meisten Politker gehen einfach davon aus das sie in 4 Jahren. sowieso nicht mehr an der Macht sind und machen sich deshalb die Taschen so voll wie möglich. Jeder der einem Politiker das glaubt was er sagt ist in meinen Augen ein Träumer, denn die machen genau das was Ihre Lobbiisten von Ihnen erwarten.

  • 3 Seba // Okt 31, 2010 at 19:32

    Das ist echt zu geil, und wurmt mich tierisch. Auf der einen Seite gibt man Billionen für Mond-Mars-undVenus Experimente aus, auf der anderen Seite geizt man was das Zeug hält, wenn es um irdische Probleme, wie Hunger, Armut oder in diesem Falle Artenschutz geht. Ich kriege echt Würge Reflexe, wenn ich das lese ..

    .. aber das geilste war ja, als man kürzlich weiterhin den Fang von Walen und Thunfisch begrüsste, obgleich der rote >Thunfisch vom Aussterben bedroht ist .. ich musste mich so übergeben (jetzt metaphorisch) .. vor allem weil die Abstimmung kürzlich nie und nimmer unter normalen Umständen zusammengekommen ist. Aber ich will nicht näher drauf eingehen. Genug gewürgt ..

  • 4 Greenlinks: ‘Längste Katze’, ‘Eco-Fitness Studio’, ‘Umweltverschmutzung’, ‘Artenschutz’ | Neidgruen.de // Okt 31, 2010 at 20:04

    [...] Was man in der Politik als Erfolg wertet – am Beispiel des Artenschutzes Kaum ein Normalsterblicher hat es vernommen, aber die vergangenen zwei Wochen standen im Zeichen des Artenschutzes. (Mond Blog) [...]

  • 5 Hannes // Nov 1, 2010 at 15:12

    Ich kann nur zustimmen. Ich war selbst eine zeitlang politisch aktiv, aber gerade was den Naturschutz betrifft, habe ich bemerkt, dass Bürokratie mehr Zeit verschwendet, als die Natur sie noch hat.
    Und da die Welt vom schnöden Mammon regiert wird und nur die reichste Lobby ihre Interessen durchbringt, bleibt da ja kein Platz für die Kauze, Wölfe und Alpenveilchen.
    Ich versteh die Resignation. Traurig, dass es schon soweit ist.

  • 6 Picture // Nov 2, 2010 at 08:44

    Ich denke, dass die Versuche zum Artenschutz leider zu spät kommen. Es wird mal wieder viel geredet, aber gemahct wird nichts. So wie Politiker das eben gerne machen!
    Bald können wir schöne Tiere nur noch auf Fotomontagen sehen!

  • 7 Martina084 // Nov 25, 2010 at 07:47

    Sicherlich müssen wir unsere Umwelt schützen. Dennoch muss man immer vorsichtig sein wenn es um die Panikmache aus den Medien geht. Unsere Wälder sollten eigentlich auch schon ausgestorben sein, ganz zu schweigen vom Öl das schön längst verbraucht sein sollte. Wölfe & Co. kommen auch wieder…

    Die Folge von diesen Meldungen sind eine CO2 Steuer und vieles mehr. Das ist eine klevere Möglichkeit eine versteckte Steuer unters Volk zu bringen. Vielleicht kommt als nächstes die Artenschutzsteuer.

    Öl geht aus = Lüge
    Wälder sterben = Lüge
    Klimawandel =
    Artensterben =

Hinterlasse ein Kommentar