Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre – ein Horrorszenario


Immer wieder lese ich die aktuellen Wahlprognosen, alles unter dem Motto „wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre“.

Doch was wäre eigentlich, wenn jetzt am Sonntag Bundestagswahl wäre? Welche Alternativen würden sich einem denn da eröffnen?

CDU/CSU

Als Nicht-Bayer wäre für mich ja die CDU relevant, doch macht es dies besser? Die CDU gehört nun wahrlich nicht zu meinen bevorzugten Parteien. Schon alleine die aktuelle Regierungszeit macht es schwer, hier ein Kreuz zu setzen. Da ich weder Chef eines Energieriesen bin, noch zur steuerentlasteten Unternehmerschaft gehöre, kann ich wohl davon ausgehen, dass ich diese Partei definitiv nicht wählen werde.

FDP

Wäre eine Option gewesen, wäre die FDP noch dieselbe Spaßpartei, wie sie es lange Zeit mal war. An eine Regierungsbeteiligung war ja lange Zeit nicht zu denken, da bot sich der politische Karneval eben an. Tja, seit sie jedoch Bestandteil der Regierungskoalition sind, haben sie ihr wahres Gesicht präsentiert. Wahlversprechen waren eher geschichtsträchtiger Natur, an eine Einlösung der „tollen“ Ansätze wurde jedoch nie gedacht. Vielmehr präsentieren sie sich als passendes Pendent zur CDU und eröffnen der Lobby aus der Wirtschaft Tür und Tor. Also auch hier wäre eine Stimme niemals vorstellbar.

SPD

Tja, die guten alten Sozialdemokraten. Dies wäre durchaus eine Option, gäbe es die alten Urgesteine mit Ecken und Kanten noch. Doch inzwischen handelt es sich hier doch definitiv um einen politischen Weichspüler, der kaum noch eigene Positionen vertritt. Vielmehr wird einfach nur entsprechend der Wählergunst reagiert, anstatt man durch eigene Programme agieren könnte.
Natürlich hängt der SPD auch immer noch die Regierungszeit (Rot-Grün und große Koalition) nach. Wie kann man also gegen etwas sein, was man selbst mal vertreten hat? Ein fast aussichtsloses Unterfangen. Auch hier gilt für mich: Kreuzchen – never ever…

Die Grünen

Scheint derzeit wohl die beste Alternative zu sein, wenn da nicht ein wenig zu viel Populismus wäre. Alleine am Bahnprojekt Stuttgart 21 zeigt sich, dass es mehr um Wählerfang zu gehen scheint, als das Projekt an sich. Immerhin waren die Grünen in die Planung involviert, als sie noch in der Regierungskoalition in Berlin saßen.
Die Forderungen hinsichtlich umweltpolitischer Belange (z.B. der Laufzeitverlängerung der AKW), der Bildung oder Integration scheinen Pluspunkte verdient zu haben. Finanz- und Wirtschaftspolitisch sehe ich jedoch noch immer ein großes Defizit.
Daher das Fazit: Eine Überlegung wert, allerdings mehr aus Mangel an Alternativen.

Die Linke

Stelle ich bewusst auf eine Stufe mit Parteien á la Republikaner, da es hier reiner Populismus ist, der das Handeln prägt. Und auf propagandistisches Geschwätz habe ich definitiv keine Lust. Ergo: Klares Nein!

Piratenpartei

Dies wäre durchaus eine Alternative. Wenn es nicht so ruhig um sie geworden wäre. Finde zwar im Netz immer noch einige Sympathisanten, allerdings scheinen die politischen Impulse aus zu bleiben. Positiv ist auf jeden Fall, dass sie nicht zu allen Bereichen zwanghaft eine Meinung haben. Da könnte so manche Partei was von lernen. Allerdings derzeit mangels klarer Aussagen ebenfalls keine Option.

Andere Parteien

Angesichts der vielen Kleinparteien macht eine weitere Beleuchtung keinen Sinn. Denn hier wäre die Stimme meist ebenso sinnvoll, wie gar nicht wählen zu gehen.

Ergebnis

Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre, dann würde ich wohl von einem der höchsten demokratischen Rechte Gebrauch machen: Nicht wählen zu müssen.
Und auch wenn dies bedeutet, dass man seine Stimme verschenkt, die Ansätze in der deutschen Politik sind so verkrustet und dermaßen auf Zielgruppen ausgerichtet, dass ich definitiv durch das Raster falle. Für meine politische Vorstellung scheint es derzeit einfach keine passende Lösung zu geben.

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