Die EnBW erhöht ihre Preise – der Grund erscheint zweifelhaft


Nun ist es also soweit, eine Vielzahl von Energieversorgern erhöht ihre Preise. Einer der größten Stromlieferanten erhöht zum 01.01.2011 sogar um satte 10% – die EnBW.

Doch worin liegt diese Verteuerung der Energiepreise begründet? Weshalb ist eine derart hohe Preissteigerung erforderlich?

Die EnBW stützt ihre Preispolitik auf die steigenden Umlagen für erneuerbare Energien. Denn die Betreiber von Anlagen zur Erzeugung regenerativer Energie erhalten für den produzierten Strom höhere Vergütungen, als für herkömmliche Produktionsarten zu zahlen ist.

Nun kann man ja grundsätzlich froh sein, dass durch diese Umlage der Ausbau regenerativer Energiequellen gefördert wird. Jedoch erscheint angesichts der Debatte zum Atomausstieg die Preiserhöhung doch sehr makaber. Wurden durch die Lobbypolitik der Bundesregierung eben noch die Gewinnaussichten der AKW-Betreiber grandios gesteigert, kann man die aktuelle Preiserhöhung kaum noch nachvollziehen.

Noch absurder wird es jedoch, wenn man sich die Mühe macht und die potentiellen Stromtarife vergleicht. Denn gerade Ökostrom ist im Vergleich zu den anstehenden Stromtarifen der EnBW meist wesentlich günstiger. Nun fragt man sich natürlich, wie es zu solch einer eigenartigen Konstellation kommen kann.

EnBW erhöht die Preise mit Hinweis auf die hohen Abgaben zum Ausbau erneuerbarer Energien, gleichzeitig sind Ökostromanbieter günstiger? Eine adäquate Antwort hierauf konnte ich leider nicht finden.

Sonderkündigungsrecht bei Preiserhöhung

Doch wer sich das aktuelle Schreiben der EnBW genauer betrachtet, der wird auf das Sonderkündigungsrecht hingewiesen. Dies ist kein freundlicher Hinweis von Seiten der EnBW, vielmehr besteht eine gesetzliche Verpflichtung hierzu. Wem also eine derartige Preiserhöhung ins Haus steht, der kann innerhalb der gesetzlichen Frist vom Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen. Und dies sollte doch die Gelegenheit schlechthin sein, sich eigenständig um den Atomausstieg zu kümmern. Denn im Vergleich zu den aktuellen Tarifen lässt sich sicherlich ein günstigerer Anbieter finden, der obendrein noch reinen Ökostrom liefert, quasi den Atomausstieg selber machen!

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